26.03.2008 – Fellbach (w). Das Virtual Dimension Center (VDC) soll den Limes neu erstellen: Drei-dimensional visualislert und darüberhinaus eingebettet in die damalige Landschaft und Pflanzenwelt soll die historische Grenzbefestigung auf speziellen Bildschirmen gezeigt werden.
Der Limes, der im zweiten und dritten Jahrhundert die Grenze zwischen dem Römischen Reich und den Germanen-Völkern markierte und verteidigte, verläuft nahezu schnurgerade auf 60 Kilometern Länge durch 13 Gemeinden zwischen Alfdorf im Rems-Murr-Kreis und Schöntal im Hohenlohekreis. In diesem Raum soll das verborgene Denkmal mit modernsten Visualisierungstechniken einer breiten Bevölkerung zugänglich gemacht werden. „Damit wollen wir ein gemeinsames Bewusstsein für das historische Erbe wecken", sagt Professor Dieter Planck, der Präsident des Landesamces für Denkmalpflege und Direktor des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg.
Seit Frühjahr 1997 wird das Projekt entwickelt, die Federführung liegt beim Landratsamt Rems-Murr. „Insbesondere der sensationelle Fund des Welzheimer Doppelkastells ruft danach, über modernste Visualisierung rekonstruiert zu werden. Auf diese Weise werden die faszinierenden Inhalte dieser größtenteils verborgenen Fundstätte für die Bevölkerung erlebbar", sagt Landrat Johannes Fuchs.
Hauptpartner für die technische Realisierung ist das Virtual Dimension Center (VDC) Fellbach, das sich als führendes Kompetenzzentrum für virtuelle Realität bundesweit einen Namen gemacht hat. Dazu sagt der Vorstandsvorsitzende des VDC, Fellbachs Oberbürgermeister Christoph Palm: „Wir freuen uns, dass das VDC Fellbach mit den "Virtuellen Limeswelten" sein technologisches Know-how einem ganz neuen Aufgabenbereich, nämlich der Erschließung unseres kulturellen Erbes, zur Verfügung stellt."
Zur exakten Ermittlung der Geländeoberfläche am Limes will das Landesamt für Denkmalpflege noch im Frühjahr 2008 die hochmoderne Methode Lidar (Light Detection and Ranging) einsetzen: Vom Hubschrauber aus wird ein Laserscan der Landschaft mit den obertägig sichtbaren Resten des Limes ersteilt. Die hochauflösenden Bilder können im Rahmen des Projekts gewinnbringend genutzt werden. „Man wird sozusagen mitgenommen auf eine virtuelle Zeitreise entlang dem Limes", beschreibt Jens IVlohrmann, Geschäftsführer des VDC Fellbach, die geplante Vermittlung historischer Substanz. Dabei werden modernste mediale Anwendungsformen mit wissenschaftlich fundierten Inhalten und einem schlüssigen didaktischen Konzept verbunden.
Der formale Beschluss über das Projekt soll voraussichtlich Ende April fallen, wenn sich ein Aktionskreis der in der Limesregion verbundenen 39 Städte und Gemeinden trifft. Als erster Meilenstein des Projekts soll bis Sommer 2008 eine didaktische und mediale Gesamtkonzeption erstellt werden. Anschließend werden noch zu ermittelnde Fachspezialisten in enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern die 3D-Programmierung von Inhalten in Angriff nehmen. Nach den Plänen der Initiatoren könnten erste Ergebnisse bereits im Frühjahr 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Anschließend können die Virtuellen Limeswelten In Museen und Informationszentren an verschiedenen Standorten in der Limesregion gezeigt werden.
(Quelle: Stuttgarter Zeitung Lokalteil)