03.04.2008 – Auf dem Markt treten sie in Konkurrenz zueinander, doch im vorwettbewerblichen Bereich suchen sie nun die engere Zusammenarbeit insbesondere was den Einsatz von computergestützten Simulationsmethoden angeht. Automobilindustrie, Zulieferer, Softwarehersteller und Einrichtungen aus Forschung und Wissenschaft haben Anfang März das an der Universität Stuttgart angesiedelte Automotive Simulation Center Stuttgart (ASCS) gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Uni Stuttgart, die Automobilhersteller Daimler, Porsche und Opel, der Zulieferer Karmann, das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS), der Supercomputerspezialist Cray, die Softwarefirmen INTES, Altair Engineering, Abaqus Deutschland, DYNAmore und Engineous Software sowie das Virtual Dimension Center Fellbach. Weitere namhafte Automobilfirmen, Zulieferer und Computerhersteller sowie auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben ihre Mitwirkung angekündigt.
Ob es um das Thema Leichtbau geht oder um die Entwicklung leiser und vor allem Verbrauchs- und schadstoffarmer Fahrzeuge - in der Automobilindustrie sind Computersimulationen zur Produktentwicklung und Optimierung unverzichtbar. Denn vorhandenes Know-how auf diesen Gebieten lässt sich damit am wirksamsten und schnellsten optimieren und weiterentwickeln.
Das ASCS will die Kompetenzen aus Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Informatik auf dem Gebiet der angewandten numerischen Simulation bündeln und so die Spitzenposition der deutschen Automo-bilindustrie stärken und ausbauen. Der Weg vom Entwurf zum Produkt soll mit Hilfe von Simulationen auf Hochleistungsrechnern verkürzt werden, das ASCS will damit auch einen Beitrag leisten, dass sich neue Entwicklungen bspw. zur Verbrauchs-, Schadstoff- oder Lärmreduktion unmittelbar in auf dem Markt verfügbare Produkte umsetzen lassen.
Neben der Universität Stuttgart hat auch das Wissenschaftsminsiterium Baden-Württemberg für das als gemeinnütziger Verein gegründete ASCS eine Startfinanzierung von 350 000 Euro bereitgestellt. Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg sieht im ASCS eine neue Form der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft zur Stärkung des Forschungs-, Technologie- und Wirtschaftstandorts Baden-Württemberg im Wettbewerb.
Quelle: Fellbacher Stadtanzeiger