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Netzwerk für eine Branche

27.09.2008 – „So wie man früher von der süddeutschen Gerberstadt Backnang sprach wird es, um es scherzhaft auszudrücken, später vielleicht heißen: Waiblingen, Stadt der Verpackungs- und Automatisierungstechnik.“ Hans Peter Stihl hat gestern bei der Eröffnung des Kompetenzzentrums Verpackungs- und Automatisierungstechnik dessen Bedeutung für die Stadt, den Kreis und die Region hervorgehoben.

In seiner Ansprache vor rund 120 Besuchern konnte sich Hans Peter Stihl einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen, dass nämlich das 14. Kompetenzzentrum in der Region Stuttgart neudeutsch als „Packaging Excellence Center“ firmiert. Das PEC, oder schwäbisch auch s´PECle genannte Kompetenzzentrum, biete für seine Mitglieder - vom Ein-Mann-Betrieb über Mittelständler wie Höfliger, Sortimat und Paal bis hin zum Weltmarktführer Bosch Packaging Technology – die Möglichkeit, dass jeder Betrieb seinen Nutzen aus dem Netzwerk ziehen kann. Über die Bündelung des Sachverstandes und den Erfahrungsaustausch hinaus müsse das PEC die gute wissenschaftliche Infrastruktur in der Region und im Land nutzen.

Der Humus, auf dem das Packaging Excellence Center überhaupt wachsen konnte, sei der politische Verband Region Stuttgart, sagte Hans Peter Stihl, der schon vor Jahrzehnten als IHK-Präsident der Region Stuttgart für eine engere Zusammenarbeit eingetreten ist. „Der Verband hat bewirkt, dass das weit verbreitete kleinräumige Kirchturmdenken inzwischen, bis zu einem gewissen Grade, zurückgedrängt und das Regionalbewusstsein gestiegen ist.“

Überschattet wurde die Eröffnungsfeier in Waiblingen durch den Freitod von Dr. Bernd Steinacher. „Er hinterlässt eine große Lücke, die schwer zu füllen sein wird“, würdigte Hans Peter Stihl den langjährigen Regionaldirektor. Die Idee, Cluster zu bilden, also Branchenschwerpunkte gezielt zu fördern, geht auf die Wirtschaftsförderung der Region zurück. Deren Geschäftsführer Walter Rogg gehöre mit zu den Vätern des PEC, sagte Stihl, ebenso wie IHK-Bezirkskammerpräsident und PEC-Vorstandsmitglied Jürgen Paal, sein Stellvertreter Harro Höfliger und Landrat Johannes Fuchs. Rogg, Paal, Höfliger und Fuchs hätten im November 2006 den Initiativkreis für ein Kompetenzzentrum gebildet, das im Oktober 2007 mit 36 Mitgliedern gegründet wurde und heute 42 Mitglieder zählt.

Den Zuschlag für den Sitz hat Waiblingen erhalten, das die Räume im Gewerbegebiet Eisental zur Verfügung stellt. „Die Kompetenz des PEC liegt darin, eine Plattform zur Begegnung untereinander zu bieten, die ohne den geschützten Raum des PEC nicht möglich wäre, aber auch eine Plattform zu bieten, die die Wirtschaft und Politik verzahnt“, sagte der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky bei der Begrüßung in seiner Funktion als Vorsitzender des Kompetenzzentrums. Zusammenarbeit bedeute jedoch nicht, Firmengeheimnisse preiszugeben, betonte Hesky. Gemeinsame Aktionen könnten hingegen den Zugang zu Wissenschaft und Forschung erleichtern, die Wege zu Fördermitteln aufzeigen, oder auf Messen aufzutreten, um die Stärke der Region und jedes einzelnen Unternehmens bekanntzumachen. Ein wesentlicher Bestandteil des PEC ist der Schauraum, in dem die Mitglieder ihre Maschinen und Produkte ausstellen oder den sie für Schulungszwecke nutzen können.

Das 14. Kompetenzzentrum in der Region

* Das Kompetenzzentrum für Verpackungs- und Automatisierungstechnik wurde im Oktober 2007 gegründet und ist das 14. Kompetenzzentrum in der Region Stuttgart und das dritte im Rems-Murr-Kreis. Kompetenzzentren wie das Virtual Dimension Center (VDC) in Fellbach und das Bitz in Backnang für Telekommunikation, Nachrichten- und Sicherheitstechnik haben das Ziel, die innovativen Kräfte einer Region zu bündeln, Synergien auszuschöpfen und Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Produkte umzusetzen.
* Voraussetzung für den Erfolg ist, dass Unternehmen über den Tellerrand ihrer Firma blicken und mit ihrem Wettbewerber zusammenarbeiten, sei es in Forschung und Entwicklung, im Vertrieb oder in der Fertigung.
* Der Maschinenbau im Allgemeinen und die Verpackungstechnik im Besonderen ist eine der Kernbranchen im Rems-Murr-Kreis. Die Technologieentwicklung zu forcieren und Wachstumsfelder nutzbar zu machen gehört zu den Aufgaben der von der Wirtschaftsförderung der Region erfundenen Kompetenzzentren.
* Es handelt sich um Netzwerke, in denen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Institutionen zusammenarbeiten. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren von der Kooperation.

PEC-Geschäftsführer Thomas Hoffmann
Geschäftsführer des Kompetenzzentrums ist der Diplom-Betriebswirt Thomas Hoffmann. Der 28-Jährige hat an der Hochschule Aalen studiert und war als Assistent der Geschäftsführung bei der Wirtschaftsförderung Ostwürttemberg tätig. Hoffmanns Assistentin bei PEC ist Christiane Ballreich. Sie hat an der Berufsakademie Industrie und Dienstleistungsmanagement studiert.

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung