21.11.2008 – Am besten glaubt man, was man mit eigenen Augen sehen kann. Der Juniorchef der Firma Widmann, Andreas Widmann, brachte zur gestrigen Vorführung gleich eine Ultraschallschweißmaschine aus Schlierbach mit nach Waiblingen. Ein Sattelschlepper lud das 3,5 Tonnen schwere Gerät an der Rampe des Kompetenzzentrums Verpackungstechnik ab, wo es die Mitglieder des Trägervereins nach der Präsentation in Augenschein nehmen konnten: Eine Maschine, die Verpackungen und andere Werkstücke zusammenschweißen kann, ohne Metall aufheizen zu müssen. Sie ist dank dieser Technik energiesparend und arbeitet wesentlich sauberer, wie Andreas Widmann betont.
Das Schlierbacher Maschinenbauunternehmen ist 60 Jahre alt und hatte sich ursprünglich auf Maschinen spezialisiert, die Büromaterialien produzieren: Kunststoffordner und Folienmappen zum Beispiel. Vor einigen Jahren wandte sich die Firma dem Schweißen per Ultraschall zu, weil sich diese Technik dafür sehr gut eignet. Eine Schweißnaht lässt sich wesentlich präziser und feiner fertigen, wenn statt heißer Metallschienen Schallwellen die Materialien zusammenfügen (siehe nebenstehenden Kasten). Zudem erschloss man sich nebenher neue Märkte. Außer Kunststofffolien lassen sich auch Medizinprodukte und Textilmaterialien wie etwa Staubsaugerbeutel damit verarbeiten.
Der technologische Vorsprung des Schlierbacher Mittelständlers liegt dabei in der Art, wie der Schall auf das Werkstück übertragen wird. Wie Vertriebsmanager Andreas Fischer erläutert, hält das Schlierbacher Unternehmen ein Patent auf das Verfahren, die sogenannten Sonotroden, die die Schwingungen auf das Werkstück übertragen. „Dies führt dazu, dass unsere Maschinen größere Werkstücke verarbeiten können“, erläutert Andreas Fischer. Das Interesse an solchen Techniken sei stark im Kommen, wie sich auf Messen deutlich gezeigt habe.
Für das im September gegründete Kompetenzzentrum Verpackungstechnik in Waiblingen war es eine der ersten großen Präsentationen für die Mitglieder. Sie sollen dazu dienen, dass die Unternehmen sich über ihre Entwicklungen austauschen und Kooperationen eingehen. Inzwischen sind 45 Unternehmen Mitglied im Trägerverein, die Firma Widmann ist mittlerweile eine von ihnen. Es sei daran gedacht, die Zahl der Mitglieder bis auf maximal 60 zu steigern, sagt Geschäftsführer Thomas Hoffmann. Die nächste größere Veranstaltung ist bereits geplant. Am Mittwoch, 21 Januar, sollen im Rahmen eines Forums Zulieferer, Maschinenhersteller und Verpacker zusammengeführt werden. Angekündigt hat sich dafür als Redner Professor Bernd Wilke, Chef des Bereichs Verpackungsmaschinen bei Bosch.
Ultraschallschweißen
Das Verbinden von Werkstoffen mittels Ultraschall gilt in der Verpackungstechnik als neuer Trend. Über die so genannte Piezotechnik wird Wechselstrom in Ultraschallwellen von 25 oder 35 Kilohertz umgewandelt. Spezielle Überträger, so genannte Sonotroden, leiten diese Schwingungen auf die Werkstücke, zum Beispiel Kunststofffolien. Sie werden vom Schall punktuell erwärmt und dadurch miteinander verschweißt. Bei dem Verfahren entsteht im Gegensatz zum Wärmeschweißen keinerlei Schmutz, zudem braucht es weniger Energie. Auch sind damit wesentlich höhere Stückzahlen möglich.
Quelle: Stuttgarter Zeitung
Berichtigung durch das PEC:
Das PEC wurde im Oktober 2007 gegründet und im September diesen Jahres wurde die Geschäftsstelle eröffnet. Des Weiteren werden nicht insgesamt max. 60 Mitgliedsunternehmen im PEC angestrebt, sondern bis zu 10 weitere Mitglieder alleine im Jahr 2009 erwartet. Dadurch würde sich die Gesamtzahl der Mitgliedsunternehmen auf 55 erhöhen.
Die erwähnte Veranstaltung findet anders als in der Pressemitteilung erwähnt, am Donnerstag, den 22. Januar 2009 statt. Wir sind den Rednern dieser Veranstaltung Herrn Hafner, Director Packaging Machines von Siemens und Herrn Prof. Dr. Wilke, Technologischer Leiter des Bereiches Verpackungstechnik bei Bosch, für Ihre Bereitschaft sehr dankbar. Leider wurde Herr Prof. Dr. Wilke im Pressetext fälschlicherweise als „Chef des Bereiches Verpackungsmaschinen bei Bosch“ betitelt.
Das Patent der Widmann Maschinen GmbH bezieht sich auf die Art und Weise wie die Ultraschallüberträger angeordnet werden. Die Geräte selbst sind von einem anderen Unternehmen patentiert worden.