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Designpreis öffnet Tür in die Export-Welt

10.03.2008 – Es klingt wie im Märchen: Ein Kleinbetrieb aus Wäschenbeuren gewinnt einen der renommiertesten Designpreise Deutschlands. Mehr noch: Die Auszeichnung bringt einen Großauftrag in Neuseeland. Erzählt wurde die Erfolgsgeschichte beim Designkongress in Fellbach, damit andere Firmen daraus lernen.

Der Fachkongress „Design Process" etabliert sich in der Region. Vor drei Jahren vom Göppinger Kompetenznetzwerk für Mechatronik mit dem Virtual Dimension Center in Fellbach initiiert, ist der Termin für viele Produktentwickler und Designer mittlerweile zum Branchentreff geworden. Dafür stehen Marken wie Trumpf, Kärcher oder Festo, aber auch Industriedesigner wie Jürgen R. Schmid aus Ammerbuch. Sern Büro Design Tech hat 2007 der Maschinenbaugruppe MAG mit weltweit 17 Firmen an 26 Standorten - darunter Ludwigsburg, Göppingen und Eislingen - einen einheitlichen Markenauftritt verpasst.
Umso bemerkenswerter, dass in Fellbach mit Peter Baudisch auch ein kleiner Mittelständler zu Wort kam. Gerade sein Beispiel sollte zeigen, so Volker Schiek, Geschäftsführer des Göppinger Mechatronik-Netzwerks, dass strategisches Design unbekannten Firmen hilft, auf sich aufmerksam zu machen. 1992 hatte sich Baudisch in seinem Wohnhaus in Wäschenbeuren im Kreis Göppingen damit selbstständig gemacht, kundenspezifisch Leiterplatten und Software zu entwickeln und herzustellen.
Inzwischen beschäftigt der Elektroniker 26 Mitarbeiter und arbeitet für Firmen wie die Deutsche Bahn, DHL und Daimler. Er rüstete Sprachkommunikationssysteme auf Bahnhöfen oder Gegensprechanlagen mit High-Tech auf. Um aber das Firmenkönnen sichtbar zu machen, ging Baudisch dazu über, mit einer eigenen HD-Konstruktion
die Gehäuse zu gestalten. 2007 reichte er ein solches Gerät beim Designwettbewerb iF in Hannover ein - und gewann den berühmten Award in seiner Produktkategorie.
„Es hat mir unendlich gut getan zu erleben, dass auch ein kleiner Gewerbebetrieb bei einem solchen Wettbewerb der Großunternehmen eine Chance hat", reflektierte Baudisch. Doch was danach kam, war die eigentliche Geschichte für den Fellbacher Fachkongress: Großbetriebe wie MAN in München fragten an, ob das prämierte Touchpanel auch in Gabelstabler einbaubar sei, und die Telecom Neuseeland bestellte via Intemetrecherche sogar unbesehen das Kommunikationsgerät.
Erfolgsgeschichten wie diese erzählte auch der Möbelhersteller Markus Benz, der die insolvente Traditionsmarke Walter Knoll ab 1993 mittels strategischem Design sanierte und ihr ihren Kultstatus zurückholte.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten