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Gemeinsam die Lücke zwischen Theorie und Praxis überbrückt

10.11.2011 – Zum Greifen nah und doch so fern – der Alptraum eines jeden Maschinenbauers ist, dass Theorie und Praxis mitunter meilenweit auseinander liegen. Dabei könnte alles so einfach sein: Nach langer Planungszeit wird der Prototyp eines Werkstücks gebaut. Eigentlich dürfte nun nichts mehr schief gehen, schließlich ist alles sorgfältig durchkalkuliert. Eigentlich. Aber schon nach dem ersten Praxistest wird klar, dass das, was am Computer so makellos aussah, in Realität nicht funktioniert. Das liegt daran, dass es oft nicht möglich ist, potenzielle Fehlerquellen bei der Planung zu erkennen.

Am Computer wird die Realität simuliert

Wie man genau dieses Problem lösen kann, wissen die Mitarbeiter des VDC (Virtual Dimension Center) aus Fellbach. Durch den Einsatz des sogenannten „Virtuellen Engineering“ können sie mögliche Schwachstellen einer Maschine schon im Voraus sichtbar werden lassen, ganz so als wäre sie real. Damit wird am Computer nicht mehr nur konstruiert, sondern auch gänzlich simuliert. Der Vorteil ist, dass alle Funktionen der Maschine getestet werden, ohne dass sie gebaut werden muss. Auf diese Weise spart der Unternehmer nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Technik bietet Vorteile für verschiedene Fachabteilungen

Die Firma S. Tränkner GmbH aus Waiblingen hat dieses Prinzip unter Anleitung des VDC und des Waiblinger PEC (Packaging Excellence Center) erfolgreich ausprobiert: „Dieses Projekt hat mir deutlich gemacht, dass durch das virtuelle Engineering bereits im Vorfeld Fehler vermieden werden können, die sonst aufwändige Umbaumaßnahmen am realen Prototyp erforderlich gemacht hätten“, fasst Frank Fetzer, Inhaber der S. Tränkner GmbH, seine Erfahrungen aus dem Pilotprojekt zusammen. „Dass wir die virtuelle Maschine auf dem Notebook mitnehmen, dem Gesprächspartner demonstrieren und die Funktionsweise schneller vermitteln können, ist ein weiterer Vorteil. Aber auch firmenintern profitieren Mitarbeiter aus unterschiedlichen Fachabteilungen, die in das Projekt mit eingebunden werden, von der virtuellen Technologie, da sich technische Zusammenhänge schnell und einfach erschließen. Insbesondere für kleine Unternehmen, wie wir es sind, ist das ein wichtiger Zusatznutzen.“

Neben großen Konzernen sollen jetzt auch kleinere Unternehmen profitieren

Gänzlich neu ist dieser Ansatz allerdings nicht: „Bei den größeren Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilbranche oder der Medizintechnik wird diese Technik deshalb bereits regelmäßig eingesetzt“, weiß Dr. Christoph Runde vom VDC. Der breiten Masse der Maschinenbauer bleiben diese Potenziale aber noch weitgehend vorenthalten. Aus diesem Grund hat das VDC zusammen mit dem PEC ein Pilotprojekt initiiert, um kleinen und mittelständischen Unternehmen diese Technik vorzustellen. Unter deren Leitung fanden sich das VDC-Mitgliedsunternehmen KET Technik und die S. Tränkner GmbH zusammen, um die Funktionsfähigkeit einer vom von S. Tränkner entwickelten Komponente zu simulieren.
Ermöglicht wurde dieses Vorhaben durch die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), die – so sagt WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg - „gerade auch kleineren Unternehmen die zahlreichen Möglichkeiten der Nutzung neuer Technologien und der branchenübergreifenden Vernetzung eröffnet. Darin sehen wir eine der Hauptaufgaben unserer regionalen Kompetenzzentren. Aus diesem Grund haben wir gerade dieses Pilotprojekt auch gerne unterstützt.“

Über das PEC

Das Packaging Excellence Center ist das regionale Kompetenzzentrum für die Verpackungs- und Automatisierungstechnik. Als Verein bringt es seine derzeit 57 Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Vom Weltmarktführer im Bereich Verpackungsmaschinen über Familienunternehmen und Zuliefern bis hin zu Hochschulen und spezialisierten Ingenieurdienstleistern sind Akteure aus allen Bereichen vertreten.

www.packaging-excellence.de
kompetenzzentren.region-stuttgart.de

Autor

Verena Mönch
Friedrichstraße 10
70174 Stuttgart

Tel. 0711-22835-804
Fax: 711-22835-888
verena.moench(at)region-stuttgart.de

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