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02.08.2017

Abnahme mittels digitaler 3D-Modelle?

VDC-Whitepaper „Die Virtuelle Abnahme im Maschinenbau“ eröffentlicht

Das Virtual Dimension Center (VDC) gibt in einem neuen Whitepaper einen Überblick, welche Möglichkeiten und Vorteile eine Virtuelle Abnahme im Maschinenbau bietet. Durch die Abnahme (mindestens eines Teilaspektes) eines Produktes ohne physische Realisierung könnten Hersteller sowie Abnehmer Zeit und Kosten einsparen.

Der juristische Begriff der Abnahme bezeichnet allgemein eine Erklärung, dass ein Produkt oder ein Zustand bestimmten Kriterien entspricht. Im Sondermaschinenbau benennt man die Abnahme eines Produktes beim Hersteller als Werksabnahme, welcher häufig ein Site Acceptance Test (SAT) beim Kunden folgt. Bei der Abnahme prüfen Auftraggeber und Auftragnehmer gemeinsam, ob die Spezifikationen des Pflichtenheftes zutreffen und alle Änderungsanforderungen umgesetzt wurden. Nach §640 BGB hat der Unternehmer einen Anspruch auf die Abnahme, wenn das Werk – abgesehen von unwesentlichen Mängeln – vertragsgemäß hergestellt ist. Jedoch kommt es im Zuge der Abnahme immer wieder zu Fehlern, die die Abwicklung verzögern. Dies können etwa unzureichende Vorbereitungen beim Hersteller sein, zu grobe Abnahmemodaltäten oder fehlende Dokumentationen. „Virtuelle Techniken könnten den Prozess der Werksabnahme optimieren und so helfen, Zeit und Kosten einzusparen“, sagt Dr. Christoph Runde, Geschäftsführer des VDC. „Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie digitale 3D-Modelle eine vorzeitige Abnahme beeinflussen könnten – das beginnt mit dem Design und endet bei dem Arbeitsschutz.“

Das Whitepaper gibt einen Überblick über die Möglichkeiten Virtueller Abnahme
Das aktuelle Whitepaper des VDC zieht eine Reihe von Aspekten in Betracht, die für eine Virtuelle Abnahme im Sondermaschinenbau von Bedeutung sein dürften: Fotorealistische 3D-Abbildungen etwa erlauben die frühzeitige Abstimmung von Geometrie, Materialien und Farbgebung eines Produktes, in einem 3D-Modell lassen sich die Bedienbarkeit einer Maschine sowie die Einsehbarkeit und Erreichbarkeit wichtiger Bereiche mit den Händen und Werkzeugen prüfen und Prozess-Simulationen können technische Nachweise erbringen. Weiterhin sind Aspekte der Servicability virtuell nachweisbar, wie etwa die De-/Montierbarkeit bzw. Montagereihenfolge. Auch für die Abnahme der Automatisierungstechnik ergeben sich durch VR Vorteile: Der Hersteller kann in 3D-Modellen zeigen, dass Sensorik, Aktorik und das Automatisierungskonzept richtig ausgelegt sind und Kollisionen und Deadlocks nicht auftreten. Verbunden mit dem Automatisierungskonzept lässt sich zudem virtuell die Wirkung von Trennsystemen und Abschalteinrichtungen nachweisen, was einen wichtigen Aspekt im Bereich der Arbeitssicherheit darstellt.

In der Automobil- und Flugzeugbranche existieren bereits erste Ansätze für virtuelle Zertifizierungen: Flugzeugsitze werden seit Längerem virtuell vorzertifiziert. Der Automobilsektor verfolgt das Ziel eines Virtuellen TÜV und arbeitet derzeit daran, immer mehr Aspekte der Allgemeinen Betriebserlaubnis virtuell abzudecken. Umgesetzt ist dies unter anderem schon für die Außenkante nach ECE-R26 und die Radabdeckung nach EG 78/549. Es ist damit zu rechnen, dass der Maschinenbau einen ähnlichen Weg beschreiten wird.

Das Whitepaper kann auf der Webseite des VDC kostenlos heruntergeladen werden:
www.vdc-fellbach.de/downloads/whitepaper

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